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Der Traum vom Eis - Sonja Henie

* 8.12.1912 in Kristiania (Oslo)
† 12.10.1969 auf einem Flug über den Atlantik nach Oslo

Bei ihrer ersten Olympiateilnahme war Sonja Henie gerade einmal elf Jahre alt. Sie durfte noch mit einem knielangen Rock antreten; bei den erwachsenen Frauen mußte das Gewand mindestens bis zur Mitte der Wade reichen, was die Bewegungsfreiheit deutlich einschränkte.

Henie überraschte und schockierte die Schiedsrichter mit einigen für die damalige Zeit sehr gewagten Übungsteilen, wie zum Beispiel einer eingesprungenen Pirouette. Nach der Kür belegte sie den dritten Platz, aber durch ihre klägliche Leistung im Pflichtprogramm landete sie in der Gesamtwertung nur auf dem letzten Rang. Davon ließ sie sich jedoch nicht entmutigen.

Die Eltem unterstützten die ehrgeizige Sonja: Der Vater, ein Pelzhändler, stellte Privatlehrer ein; die Mutter reiste mit ihr durch ganz Europa auf der Suche nach geeigneten Trainern und Eisbahnen, denn überdachte Bahnen gab es damals kaum.

Mit vierzehn holte sich Henie schließlich ihren ersten Weltmeistertitel, dem neun weitere in Serie folgten. Tiefbeeindruckt von der russischen Ballerina Anna Pawlowa nahm sie Ballettstunden und arbeitete nach und nach tänzerische Elemente in ihre Darbietungen ein. So entstand eine richtige Choreographie. Für den damaligen Stand des Eiskunstlaufens war das eine Revolution, hatten die Läuferinnen doch bisher nur einzelne Übungsteile ohne verbindende Elemente aneinandergehängt.

Bei den Olympischen Spielen 1928, 1932 und 1936 gewann sie jeweils die Goldmedaille. Danach zog sie sich vom Amateursport zurück, um als Profi weiterzulaufen. Mit ihr in der Hauptrolle wurden mehrere Kinofilme bei der 20th Century Fox gedreht, bei denen der Schwerpunkt auf dem Eislaufen lag, nicht auf der Handlung. Dazu kamen Fernsehfilme über ihr Leben und ihre Karriere. Sie war damit sehr erfolgreich und machte ihren geliebten Sport in den USA sehr populär.

Auch wirtschaftlich war sie erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen dieser Zeit: 1940 wurde sie Millionärin. Im gleichen Jahr wurde ihre Autobiographie "Wings on My Feet" veröffentlicht. Ihre Filmkarriere flaute Mitte der 1940er ab, aber sie hatte mit den Kinofilmen genug verdient, um Eisrevuen produzieren zu können, in denen sie auch selbst lief. Henie war so beliebt, daß überall, wo sie auftrat, die Straßen gesperrt werden mußten. Ihre Leidenschaft fürs Eislaufen ließ sie lange auf den Kufen stehen.

Erst 1960 verkündete sie schließlich ihren offiziellen Rücktritt. Mit Ehemann Nummer Drei, Nils Onstad, pendelte sie danach zwischen ihren Häusem in Norwegen und den USA hin und her. Mitte der 60er Jahre erkrankte Henie an Leukämie. Als sie 1969 starb, galt sie als eine der zehn reichsten Frauen der Welt.

Vergleicht man die Aufzeichnungen aus den 20er und 30er Jahren mit heutigen Eiskunstlaufmeisterschaften, ist man geneigt, über die Einfachheit von Henies damaligen Darbietungen zu lächeln. Dabei war sie eine Pionierin in ihrer Disziplin. Sonja Henie hat mit ihrer Begabung, Leistungsbereitschaft und Ausstrahlung entscheidend zur Popularität und sportlichen Entwicklung des Eiskunstlaufens beigetragen, und sich damit ihren Platz unter den Sportlegenden verdient.

Ergänzung: Gemeinsam mit ihrem Mann Nils Onstad bauten sie eine bedeutende Sammlung moderner Kunst auf und eröffnete 1968 das Henie Onstad Art Centre in Høvikodden in der Nähe von Oslo. Die Website des Museums bietet neben Informationen zu Austellungen und Veranstaltungen umfassende Informationen über Sonja Henie. ()

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Sportlerinnen Porträts:

 

Sonja Henie Denkmal in Oslo

Denkmal in Oslo
Foto: Eva Verse

 

Foto: Time, Inc