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Die Diät ist für mich das Schlimmste
Bodybuilderin Lenda Murray (1998)

Die Diät ist für mich das Schlimmste
Bodybuilderin Lenda Murray (1998)

Lenda Murray wuchs in Detroit auf, als zweitälteste von sechs Schwestern. Bereits ziemlich früh interessierte sie sich für Leichtathletik und Cheerleading und war auf ihrem Weg durch Highschool und College in den Schul- und Universitätsteams sportlich aktiv. An der Westem Michigan University machte sie ihren Abschluß in Politikwissenschaft, damals noch mit der Absicht, später eine Karriere als Rechtsanwältin anzustreben.

Aber nach ihrem Abschluß bekam sie das Angebot, beim Footballteam der Michigan Panthers als Cheerleader einzusteigen. Sie nahm an.

Wie die meisten Frauen hatte auch Lenda etwas an sich auszusetzen: sie fand ihre Oberschenkel zu dick. Deshalb fing sie mit dem Training im Fitneßstudio an. Aber je mehr sie trainierte, desto muskulöser (und dicker) wurden die Oberschenkel. Es dauerte nicht lange, bis sie von Bodybuildern im Fitneßstudio als Naturtalent erkannt wurde. Plötzlich betrachtete sie ihre Oberschenkel mit ganz anderen Augen. Lenda hatte "ihren" Sport gefunden.

Lenda weiß, daß die Teilnahme von Frauen in diesem Sport nicht überall auf Zustimmung stößt. "Erst wollten sie nicht, daß wir Ärztinnen wurden und Rechtsanwältinnen. Jetzt wollen sie nicht, daß wir Muskeln haben. Frauen müssen schon selbst entscheiden, wie sie wahrgenommen werden wollen."

Nach einigen Jahren und vielen Wettkämpfen als Amateursportlerin wechselte Lenda 1989 ins Profilager. Sie müsse sich immer "einhundertfünfzigprozentig" vorbereiten, weil sie schwarz sei, erklärte sie in der Zeitschrift "Jet", aber ihre genetische Veranlagung habe sich auch positiv auf ihre Muskelentwicklung ausgewirkt.

Mit hartem Training und einer eiweißreichen und fettarmen Diät - und sonst angeblich nichts - formte Lenda Murray ihren Körper zu einer Muskelskulptur. 1990 startete sie zum ersten Mal beim Wettbewerb zur Ms. Olympia, dem höchsten Titel, den eine Bodybuilderin erwerben kann. Lenda holte ihn gleich sechsmal- von 1990 bis 1995 in Folge. In den Jahren 1996 und 1997 belegte sie den zweiten PIatz. Nach einer mehrjährigen Pause kehrte sie 2002 auf die Bodybuilding-Bühne zurück und gewann den begehrten Titel erneut. Auch 2003 war sie siegreich. Keine andere Bodybuilderin hat es geschafft, achtmal Ms. Olympia zu werden.

Aber die stark ausgeprägten Muskeln mit deutlich hervortretenden Venen, die für WeltklassebodybuilderInnen typisch sind, werden nur mit eiserner Disziplin und kulinarischer Folter erreicht. Lenda trainiert normalerweise zwei bis vier Stunden am Tag. Bereits drei Monate vor dem wichtigsten Wettkampf des Jahres verschärft sie das Programm: acht Stunden täglich, sechs Tage in der Woche. Die Ernährung wird mehr und mehr auf Eiweiß umgestellt. Anfangs gibt es fünfmal täglich eine Portion Putenbrust oder Fisch mit Reis oder Pellkartoffeln. Vier Wochen vor dem Wettkampf fallen Reis und Kartoffeln weg. Auch Salz ist dann tabu, weil es das Wasser im Körper hält. "Die Diät ist für mich das Schlimmste. Wenn ich im August damit anfange, denke ich, das Zeug wirst du immer noch essen, wenn draußen schon Schnee liegt."

Immerhin ist es ihr gelungen, ihren Erfolg zu vermarkten. Sie verdient ihr Geld unter anderem mit der Herstellung von Trainingsvideos und dem Verkauf einer eigenen Sportartikelserie. Nach ihren Zukunftsvisionen befragt, sagte sie in einem Interview mit der "Chicago Tribune": "Ich sehe eine sehr muskulöse Frau in ein Restaurant kommen, ohne daß die Leute das merkwürdig finden." Lenda selbst ist zufrieden mit dem Weg, den sie eingeschlagen hat. "Ich wollte Bodybuilderin werden. Ich kann in den Spiegel sehen, und mein Körper gefällt mir. Ich tue, was ich tun will."

 

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Foto: www.lendamurray.net

 

 

 

 

Foto: www.lendamurray.net